Angst
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Angst wird als Grundgefühl definiert. Sie existiert nicht nur im Gefühl, sondern ist eine Abfolge aus Erlebnissen und Erinnerungen. Fühlen wir Angst, dann nehmen wir den Ursprung der Angst gar nicht wahr. Wir haben allzu oft gelernt, auf sie nicht zu hören und sie zu ignorieren.

Angst ist ein natürlicher Begleiter des Menschen seit Urzeit und eine gesunde Reaktion auf Bedrohung. Ihre Reichweite geht bis auf den Lebenserhaltungstrieb zurück. In der Psychologie hat sie jedoch eine andere Bedeutung. Angst, die nicht unmittelbar auf Bedrohung zurück zu führen ist, gilt als Neurose. Definiert wird Angststörung z.B.: bei Psychiater im Netz: “Bei manchen Menschen nimmt die Furcht aber ein übersteigertes Ausmaß an. Dann spricht man von einer Angsterkrankung.“ Gemeint ist Angstneurose.

Ereignisse, die im Unterbewusstsein bleiben

Bevor wir mit dem eigentlichen Beitrag beginnen, muss erläutert werden: Wir sagen oft „das ist unbewusst“. Wir meinen aber: „das ist im Unterbewusstsein verborgen“. Denn das Unbewusste wird streng genommen so definiert, dass es die Anteile sind, die uns nie bewusst werden können. Das Unterbewusstsein dagegen verbirgt in sich unter anderem einen Teil der Erlebnisse, die nicht bewusst sind und bewusst werden können. Manche Erlebnisse haben wir nicht mehr in Erinnerung, die Auswirkung dessen ist uns nicht bewusst. Sie üben aus dem Unterbewusstsein heraus eine Wirkung aus, unter anderem begleitet von der Angst. Diese Angst scheint vorerst undefinierbar zu sein, sie „raubt die Sinne“. Wir sind nicht gewohnt, Angst strategisch zu betrachten.

NIKU und die gelernte Angst

Das individuelle Ausmaß der Angstgefühle hat stets ihre Berechtigung. NIKU in seiner Theorie sieht die Wurzeln der Angst in Erlebnissen und Überlieferungen. Sie ist dann existent, wenn bestimmte Erinnerungen nicht aufgelöst worden sind. Sie wird zu einem ständigen Begleiter, weil sich eine Art von Furcht gebildet hat, dass dieses Ereignis wiederkehren bzw. die mündlich prophezeite Überlieferung, sich erfüllen könnte. NIKU sprich von gelernter Angst

Die Angst des jeweiligen Elternteils wird in vielen Äußerungen kundgetan. Das geschieht in wenigsten Fällen in der Ich-Form, meist: „du wirst …“ . In vielfältiger Art und Weise wird sie in die nächste Generation übertragen. Manches nimmt man gar nicht bewusst wahr. Noch schlimmer ist es, wenn Eltern Kinder bedrohen. Das geschieht automatisch, wenn Eltern noch voller Furcht vor Autonomie z.B.: nach dem Krieg sind und auf das Leben der Kinder aus ihrer eigenen Todesangst einwirken. Sie übertragen das Buchstäblich auf die Kinder. Auch das is im weiteren Sinne ein Lernprozess.

Das Unterbewusstsein saugt sich mit solchen Inhalten wie Schwamm voll. Vergessene Inhalte die bedrohlich wirken, sei es im Erleben oder in der mündlichen Überlieferung bleiben haften und lösen später Angst in diversen Situationen aus. Bei jedem Einzelnen ist das eine spezifische und individuelle Abfolge von Ereignissen, die man auflösen muss, damit Angst nicht aktiv wird. Das strategische Verständnis der Angst: sie stammt einer augenscheinlich undefinierbaren Abfolge von Ereignissen.

Ein Beispiel

Ein Beamter sagt zu wiederholtem Male zu seinem Sohn Felix: „Tanzt du aus der Reihe, dann geschieht Unglück.“ Wird Felix einmal Unternehmer werden, dann verschließt sich ihm der ersehnte Erfolg wie eine Auster, die automatisch zumacht. Beim Felix verschließt sich der Erfolg deshalb, weil er zutiefst gelernt hat, mit einem Mega-Erfolg aus der Reihe zu tanzen. Alles andere wird nun eintreten, nur der ersehnte Erfolg nicht.

Nicht nur die Angst des Vaters wurde auf den Sohn übertragen und hat sich durch wiederholte Worte in ihm verankert, wie wenn das seine Angst wäre. Der Mangel an inneren Repräsentanzen einer erfolgreichen Persönlichkeit hat ihn zu einer ebenso ängstlichen Persönlichkeit gemacht, wie der Vater ist.

Es ist für Felix also eine Abfolge von Ereignissen, die er bewusst gar nicht einordnen kann. Es fühlt sich wie eine Bedrohung an und Mangel zugleich. Statt des eigenen Lebens erlebt Felix Trümmern, die vor seinen Füssen fallen. Es sind Berge von Ereignissen, die zwischen ihm, seinem eigenen Leben und seinen Erfolgen stehen.

Wenn man Angst gar nicht empfindet

Es ist noch schlimmer, wenn man Angst gar nicht fühlt. Dann läuft das Leben an einem vorbei, ohne Einfluss drauf nehmen zu können. Jahre vergehen. Psychologie nennt hierzu diverse Krankheitsbilder. In der Alltagspsychologie nennt man das Selbstsabotage. Nicht so geglückt, denn darin verbirgt sich eine unterschwellige Anschuldigung: „Selbst-“ wie versteht man das? „Ich bin selbst schuld“, oder? Das Wort impliziert eine Mitschuld, Anteilnahme an dem Desaster. Richtig wäre es, diese Person aus dieser Verantwortlichkeit zu entlassen, für die Auflösung dessen ein Handwerkszeug an de Hand geben und ermutigen, es los zu werden. Alles andere schwächt zusätzlich.

Der strategische Aspekt der Angst

Fakt ist, dass jeder Mensch vor etwas neuem Angst hat. Das ist normal. Wenn jedoch im Leben zum wiederholten Male Hindernisse auftreten und immer wieder am ersehnten Vorhaben oder Erfolg hindern, dann geschieht das nicht zufällig.

In jeder Person sind internalisierte Abfolgen von Handlungen beheimatet. Die meisten sind uns nicht bewusst. Um die Angst fallen zu lassen, muss man sie genausten verstehen und analysieren. Dabei wird nicht die Vergangenheit analysiert, sondern der strategische Aspekt, der sich dahinter verbirgt.

Wie NIKU mit der Angst umgeht: vor allem sachlich und pragmatisch

  1. der Mensch braucht neue innere Repräsentanzen.
    Dabei hilft App NIKU Inception oder das Buch „Reframing der Kindheit“.
    “Test Angst“ aus der NIKU Testbatterie.
  2. Auswertung und Interview.
  3. Strategische Analyse der Angst.
  4. Handlungsempfehlungen.

NIKU ist keine Psychotherapie und auch kein Ersatz für eine Psychotherapie. Es ist der nüchterne Blick auf eine strategisch lösbare Gegebenheit, die als komplex und undurchschaubar gehalten wird. Jeder hat die Möglichkeit zumindest zu versuchen, sie strategisch zu lösen.