„Wir hatten in der Schule so eine Art Aufklärung gehabt, da haben wir begonnen, das Smartphone bewusst zu nutzen. Jeder von uns hat ein paar Minuten, manche sogar paar Stunden reduziert“ lächelt Sofie und erzählt mir ihre Geschichte in Verbindung mit Social Media.

Sofie ist 19, sie macht dieses Jahr Abitur. Sie überlegt, eine Weltreise zu machen, oder ein Soziales Jahr. Ganz sicher ist sie sich noch nicht.

Während wir sprechen, hält sie ihr Smartphone in der Hand und kann nicht verstecken, dass sie sich unwohl fühlt.

Sie zeigt mir die Ergebnisse zur Auswertung Ihrer Handy-Nutzung. Ihr fließen die Tränen.
“Was trifft Dich am meisten, dass Du so traurig bist” frage ich Sie. “Es kommt mir so vor, dass ich versagt habe.” sagt sie. “Versagt in was?” frage ich weiter.
“Ich bekomme alles von meinen Eltern, aber manchmal weiß ich trotzdem nicht, was ich tun soll.”

Sofie ist sehr intelligent, wirkt authentisch und sie kann differenziert wiedergeben, was in ihr vorgeht. Man nennt das Introspektionsfähigkeit.

Introspektionsfähigkeit

Reflexion/Introspektion ist eine Fähigkeit, die jeder Mensch hat. Allerdings das Ausmaß dieser Kompetenz kann variieren von 1 zu 100. Reflexion, vielmehr Introspektion ermöglicht einem Menschen, dass er sich selbst auf der mentalen Ebene sieht, sich beurteilt, seine Emotionen differenziert wahrnimmt. In der Psychologie spricht man von Zuständen. Diese können wahrgenommen und nach Außen kommuniziert werden. Authentizität korreliert mit Introspektionsfähigkeit. Beide können entwickelt werden.

Wir sprachen noch lange darüber, was sie bewegt. Sofie kritisiert nichts, allerdings kann Sie sehr gut formulieren was ihr fehlt. Zusammengefasst könnte das Gespräch wie folgt zusammengefasst werden:

Aus Sofie´s Erzählung

Die Eltern von Sofie sind geschieden. Sie hat bei jedem Elternteil eine gewisse Zeit verbracht und fühlte sich dazu verpflichtet zu zeigen, dass sie niemand braucht. Mama war sehr oft traurig und Papa hat schnell eine neue Mama gehabt, mit der er auch wieder Kinder bekommen hat.

Es hat ihr nie etwas gefehlt - so Sofie - allerdings fühlte sie sich zu niemand besonders hingezogen. So eine Art „Egal-Haltung" machte sich breit. Das Lernen fiel ihr leicht. Nun haben die Eltern das so interpretiert, als ob immer alles gut gewesen wäre.

„Ich habe nie was gebraucht“ sagt Sofie, „ich wollte Mama keine Sorgen bereiten, Papa hat immer nur danach gefragt, was ich später machen will. Ich werde Jura studieren und das wurde mal belächelt, mal begrüßt, allerdings für die Eltern hieß es: ein unkompliziertes Kind.“

Die junge Frau wirkt einerseits abgeklärt, andererseits sehr verloren. Gute Noten, Ziel vor Augen und dennoch viel zu viele Stunden am Tag, die an ihr vorbeigingen.

Ihre herzzerreißende Aussage:
“Ich habe mir das nicht verdient, dass man mir nachsagt, dass mein Verhalten gestört ist!” Sofie versucht, aus dem Leben das Beste zu machen. Sie hatte vieles wohl nicht bekommen, nicht erleben können, was sich auf die innere Leere auswirkt. Die geringe Anteilnahme seitens ihrer Eltern an ihren Erfolgen führte zu dem Drang, etwas zu kompensieren.

Hat Sofie versagt?

Bindungen und Beziehungen

Psychische Erfüllung resultiert aus gelebten Bindungen und Beziehungen. Die Tiefe der Emotionen ist für die bleibenden Erinnerungen verantwortlich. Das macht einen großen Teil der emotionalen Basis aus. Identität hat viele Facetten, allerdings der emotionale Unterbau, der aus Erinnerungen besteht, ist die treibende Kraft für Handlungen. Dazu gehört auch Umgang mit Social Media.

Um Karriere hinzulegen, die einmalig ist oder/und um das Familienleben zu gestalten, wie man das wünscht, braucht man inneren Halt und Vorstellungskraft. Den inneren Halt hat man, wenn man genügend von einem anderen Menschen bekommen hat.

Kontextbezogene Beziehungen – Psychische Neuroimplantate in emotionalem Konzept

Sofie hat sich für ein emotionales Konzept NIKU entschieden. Emotionale Erlebnisse werden wie eine Perlenkette gesehen, die fehlenden Perlen werden ersetzt bzw. ergänzt.

Emotionales Konzept

ist ein Konzept der Emotionalen Erlebnisse. Es soll helfen, Erinnerungen so zu gestalten, dass diese Perlenkette den emotionalen Unterbau vervollständigt bzw. stabilisiert.

Beispiel „Lernen“

Sofie ist gut in der Schule, allerdings begleitet sie das „Egal“ Gefühl. Sie hat keine besondere Unterstützung erhalten. Das kann so etwas sein, wie bei Sandra Bullock, deren Mutter ihr auf den Weg mitgegeben hatte „originell zu sein“. 

Das kann so etwas sein wie der Vater Parma zu seiner Tochter sagte: „Du bist besonders, du schaffst es!“. Oder mein Kunde zu seinem Sohn: „Ich bin so stolz auf Dich!“

Lernen ist Neugierde, pure Lust, es ist eine Art, die Welt zu verstehen, wie sie funktioniert. Die Bezugspersonen leben das idealerweise vor und bringen das Kind damit dazu, das es Lust hat, zu lernen. 

Sofie zeigt enormen „Hunger“, ihr Bedürfnis wurde nie wirklich gestillt.
Sofie entwickelt Szenarien und erlebt sich in einer kontextbezogenen Beziehung.

Kontextbezogene Beziehungen

sind Innere Erlebnisse zu Menschen, einzelne Szenarien, die in Erinnerung bleiben. Man muss die Menschen nicht kennen. Es ist das Erleben dessen was man sich gewünscht hat jedoch niemals bekommen hat. Das Erleben dessen, tief innerlich, generiert Erinnerungen. Das vervollständigt das emotionale Konzept.

Sofie blüht auf und wiederholt die Szenarien mehrmals. Zu Erlebnissen mit ihrem Vater und zu Erlebnissen mit Ihrer Mutter bezüglich „Lernen“ baut sie zusätzliche, kontextbezogene Beziehungen auf.

Das gibt ihr sehr viel Auftrieb und sie kommt auf Ideen für Ihre Zukunft. Das Lernen und der Hunger nach Erfolg werden nun zum Potential, aus dem sie in schwierigen Zeiten schöpfen kann. Sofie ist so in das Leben und Erleben involviert, dass sie kaum Socialmedia-Seiten besucht.

3 Monate später

Sofie geht es gut, sie hat 4 Bereiche in Ihrer Lebens-Perlenkette ersetzt. Sie ist viel in der realen Welt unterwegs und freut sich auf den Beginn Ihres Studiums. Sofie liebt es zu lernen, sie kann das Wissen verschlingen. Sie kann sich kaum noch vorstellen, dass sie stundenlang im Internet unterwegs war.

Sie nutzt Ihr Handy nur noch nach Bedarf. Das Lebens eines Followers hat sich zum Leben einer erfolgreichen Story entwickelt. Jetzt will Sofie ihre NIKU-Mentoren, ihre Impulsgeber finden. Darüber wird sie uns künftig berichten.