Der Mensch, seine Natur und der Stress

Mein Großvater saß vor seinem Haus, ich war etwa 5 Jahre alt und spielte direkt vor seinen Füßen. Plötzlich stand er so unerwartet auf, dass ich erschrak und ebenfalls aufsprang. Das war ein Reflex, den unsere Vorfahren schon empfunden haben, wenn sie ein Rascheln im Busch hörten.

So ein Ereignis war und ist bis zum heutigen Tage gesunder Stress, wenn er „episodisch“ auftritt und wir es wieder „gehen lassen“. Die begleitende Dopaminausschüttung rüttelt uns wach und fällt gleich wieder ab. Wie bei einem Zebra – im Buch vom Robert M. Sapolsky „Warum Zebras keine Geschwüre bekommen“ bzw. Originaltitel “Why Zebras don´t get Ulcers”.

Stress kommt und geht, ohne dass man bewusst etwas dafür tun muss oder kann. Das sind körperliche Reaktionen, die mit Funktionen von dem Leistungsnerv, den Sympathikus und Parasympathikus, des sogenannten Ruhenervs, zusammenhängen. Die Auslöser und das Ausmaß von Stressreaktionen hängen mit vielen Komponenten zusammen, die sich im Laufe unseres Lebens im Unterbewusstsein angesammelt haben. Das sind Vorlieben, Erfahrungen, Ängste, Einbußen an Selbstsicherheit und andere sehr individuelle Eigenschaften, die unser Leben geprägt haben.

Der Unterschied zwischen gesundem Stress und dem, der uns schadet, liegt in der Dauer der Stressperiode. Die Stressdauer ist es, die den Unterschied zu einem Schreckmoment ausmacht. Fällt die Kurve nicht ab, dann verändert sich die ganze Beschaffenheit unseres Organismus – von den uns begleitenden Gedanken, über den Hormonhaushalt bis hin zu der Klarheit über das Leben und über den Alltag. Wir bekommen schlechte Haut, die Haare werden stumpf.

Stress äußert sich in ganz unterschiedlichen Symptomen. Ein Mensch, der unter permanentem Stress steht, legt andere Eigenschaften an den Tag als ein Mensch, bei dem die Stresskurve wieder abfällt. Dauerstress hat eine fatale Auswirkung auf Familie, Arbeitsalltag und Freizeitverhalten. Hält Stress an, dann macht das den Menschen auf Dauer krank. Das gilt für Frauen wie für Männer.

Weil es die Natur so will

Untersuchungen zeigen, dass permanente Belastung, gar permanente Anspannung körperliche Reaktionen hervorruft und krank macht. Dies bestätigen Untersuchungen an Tieren. Auch bei Tierversuchen kommt es zu Stressreaktionen, die bei Tieren in der freien Wildbahn nicht vorkommen. Deshalb spricht man von einem krankmachenden Stress, wenn die Stresskurve nicht abfällt. Von episodisch aufgetretenem Stress spricht man dann, wenn dieser auftritt und natürlich absinkt. Genauso wie eine Stresssituation in freier Wildbahn, die vorbei ist, wenn die Gefahr vorüber ist.

Stress besser verstehen

Erst einmal ist es wichtig zu verstehen, was mit dem Stress überhaupt auf sich hat. Denn so einfach wie bei dem Zebra ist es nicht. Das Beispiel mit meinem Großvater kann man noch ähnlich sehen, genau wie den Schreck eines Zebras. Unser Stress resultiert nicht aus einem Schreck, sondern meistens aus Belastung.

Unsere Eltern und Großeltern standen unter Stress, es waren die Folgen der beiden aufeinander folgenden Kriege. Die nachfolgenden Generationen stehen unter Stress, weil sie wirtschaftlich und psychisch überleben wollen, und nicht aus der Gesellschaft herausfallen wollen. Unsere Lebensweise fördert also den Dauerstress.

Die Vielfallt der Parameter, die mit Dauerstress zusammenhängen, ist enorm. Beginnend mit der eigenen Kindheit, gehen wir weiter über die durchlebte Adoleszenz, Familie und Beruf. Und nicht zuletzt Social Media. Auf uns prallen unendlich viele Reize. Und nicht nur das.

Stress machen auch ungestillte Bedürfnisse aus der Biografie. Hat man vergessen, Zucker oder Küchenpapier zu kaufen, kann man zur Not beim Nachbarn klopfen. Hat man jedoch Erinnerungen aus der Kindheit, die einen nachts kein Auge zutun lassen, dann können wir an keiner Türe klopfen. Ich weiß, was meine Nachbarn im Leben durchgemacht haben, aber geklopft haben sie deswegen an meiner Türe noch nicht.

Stress hat also mit 2 Bereichen zu tun:

  • Ununterbrochene Stressbelastung in einer bestimmten Umgebung (Gegenwart)
  • Nicht gestillte Bedürfnisse aus der Biografie (Vergangene Erlebnisse und Erinnerungen)

Wie wir mit Stress umgehen – was hilft gegen Stress?

Nun gibt es 2 Möglichkeiten, um mit Stress umzugehen:

  • Sich zu stärken, um die Anforderungen aus der Außenwelt besser bewältigen zu können
  • Nicht gestillte Bedürfnisse aus der Biografie (Vergangene Erlebnisse und Erinnerungen)

Was kann jeder tun, um Anforderungen besser zu bewältigen?

Stress reduzieren, bzw. Stress abbauen

Das primäre Ziel ist, bei Stress Pausen einzulegen, feste Perioden einzuplanen, die der Entspannung dienen. Die Fähigkeit zur Abgrenzung, die Erhöhung des Selbstwertgefühls und Entspannungsphasen können dazu führen, dass Stressperioden kürzer werden, das bedeutet Stress reduzieren, bzw. Stress abbauen.

Maßnahmen gegen Stress

Gängige Maßnahmen gegen Stress sind Maßnahmen, die zum Ziel haben, einen Menschen psychisch zu stärken und ihn in eine kraftvollere Position zu bringen. Vorab ist zu sagen, dass jeder erwachsene Mensch im Grunde genau weiß, was ihm guttut und was ihm nicht guttut.

Erwachsensein ist nicht leicht, und wer etwas anderes behauptet, der war wahrscheinlich noch nie erwachsen. Jeder kennt das schlechte Gefühl, wenn er genau das tut, was er eigentlich nicht tun sollte. Zu wenig Schlaf, zu viel allein- oder permanent unterwegs zu sein, zu viele Termine, beruflich und privat, zu viel Shoppen und Ablenkung.

Die effektivste Maßnahme dagegen ist, das eigene Leben besser zu organisieren und das so, dass die Gesetzmäßigkeiten der Natur eingehalten werden. Dazu gehört vor allem liebevolle Umgebung nicht nur mit einem Hamster und Häschen (ich liebe sie auch!), sondern mit seinen Mitmenschen.

Das Gehirn braucht andere Menschen, um gut zu funktionieren. So organisiert sich ein gesundes Umfeld um Bindungen und Beziehungen: Freizeit, Gesundheit, materieller Wohlstand. Und das alles ohne oder mit möglichst wenig permanentem Stress.

Stress ist oft der Preis für ein sehr aktives Leben mit wenig Möglichkeit, sich mitzuteilen. Ein aktives Leben kann auch mit wenig Stress stattfinden. Dieser Artikel soll dazu beitragen zu verstehen, dass ein stressfreies Leben mehr ist als nur Entspannung.

Das Mehr ist, dass sich Bindungen und Beziehungen in die richtige Bahn lenken lassen. Mit Hilfe von NIKU (Neuro Implants Knowledge Usability) lassen sich vergangene Bindungsmuster korrigieren und die gesunden Aspekte, die man sich mit Hilfe der NIKU App erarbeitet, können auf bestehende Bindungs- und Beziehungsmuster übertragen werden.

Sofortmaßnahmen gegen Stress

können von jedem Menschen in Eigenregie durchgeführt werden. Hierzu ein paar Tipps gegen akuten Stress: kurze Pause, ein Kaffee mit Kollegen, ein paar kleine Übungen, eine kurze Meditation, Atemübungen – sogar während eines Meetings – das muss gar keiner mitbekommen. Wer eine solche Sofortmaßnahme gegen Stress nutzen kann, der hat bereits gelernt, aus dem Stressfluss auszusteigen.

Gängige Maßnahmen gegen Stress

bewegen sich um das Erlernen von speziellen Übungen gegen Stress und das Erlernen von Entspannungstechniken bzw. Verständnis und Bedeutung vom Sport. Denn Sport ist die Nummer EINS, wie man Stress, der mit Außenwelt zu tun hat, abbauen kann.

Stress abbauen kann man auch mithilfe von Medikamenten. Hierzu gibt es etliche pflanzliche Mittel, die Arzte für Naturheilkunde empfehlen können. Hierbei handelt es sich um pflanzliche Anti-Stress-Medikamente wie Baldrian, Naturheilmittel also, die meisten sind rezeptfrei.

Es gibt jedoch auch verschreibungspflichtige Medikamente gegen Stress. Die Frage ist, ob Medikamente eingesetzt werden müssen, denn Stress ist in gewisser Weise auch ein Lebensstil. Wünschenswert ist jedoch, den Lebensstill zu ändern und sich einen Lebensstil anzueignen, in dem der Stress zwar vorkommen darf, bei dem sich Stress aber von allein wieder reguliert.

Stress reduzieren durch Lebensmittel

ganz nach dem Motto: „Der Mensch ist was er isst.“ Leichte Kost, zumindest ab und zu, entlastet die körperlichen Funktionen und versorgt Körper und Seele mit wichtigen Nährstoffen. Fasten schadet auch nicht, ratsam ist jedoch, dies mit ärztlicher Begleitung durchzuführen.

Diäten können zum zusätzlichen Stress werden und bringen kaum dauerhafte Erfolge. Ent-stressen kann jedoch Intervall-Fasten, hier erfolgt die Reinigung bis auf Zellebene, denn mit mindestens 16 Stunden Nicht-Essen erholt sich der Organismus und wird stressfrei. Das belegen medizinische Studien.

Stress im Kopf abbauen

Manche Menschen können nur sehr schwer abschalten. Das ist sehr belastend, denn der Mensch braucht von der Natur aus Phasen der Erholung. Es werden diverse Formen der Entspannung angeboten. 

Die klassischen und effektivsten Entspannungsübungen sind: Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Yoga, Achtsamkeit. Es gibt auch jede Menge moderner Techniken, wie: EFT (Emotional Freedom Techniques), Pilates oder NIKU (Neuro Implants Knowledge Usability).

Nicht gestillte Bedürfnisse aus der Biografie

Damit betreten wir ein neues Terrain in der Stressforschung. Basis der zwischenmenschlichen Bindungen und Beziehungen ist, wie bereits erwähnt, dass Menschen sich untereinander brauchen. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Ist ein Affe im Käfig und in der Nähe bellt ein Hund, dann zeigt der Affe Stressreaktionen.

Sind zwei Affen im Käfig und in der Nähe bellt ein Hund, dann zeigen die Affen keinen Stress. So einfach sind die Prinzipien des Zusammenlebens, könnte man meinen. Nachzulesen ist das auch im Buch „Reframing der Bedürfnisse – Psychische Neuroimplantate“ Markowitsch Schreier Springer, Heidelberg 2019.

Es handelt sich um Regungen im Menschen, die man nicht unter Kontrolle hat. Es gibt Instanzen in uns, die entscheiden unbewusst, bevor man das Gehirn „einschaltet“. Das kriegen wir nicht mit Meditation, Entspannungsübungen, nicht einmal mit Achtsamkeit raus. Verantwortlich sind unsere psychischen Bedürfnisse.

Wie der Affe, der das psychische Bedürfnis hatte, einen anderen neben sich zu haben. Dagegen kann man nicht ankämpfen. Psychische Bedürfnisse müssen gestillt werden.

Das Gehirn richtet sich nach der inneren Lage der physischen und psychischen Bedürfnisse. Sich zu kennen bedeutet, eigene Bedürfnisse zu kennen. Denn weiß der Mensch, wie er seine Bedürfnisse stillen kann, dann mindert sich sein Stresserleben.

Weil es die Natur so will

haben wir so etwas wie zwei Arten an Verstand. Der eine lenkt die bewussten Gedanken. Der andere ist wie die Sonne, um die sich alles dreht. Unser Unterbewusstsein wird nie müde, ganz im Gegenteil, je mehr wir die eigene Wärme des eigenen Seins empfinden, desto mehr kann uns das zu einem kreativeren Denken und mehr Leichtigkeit verhelfen. Beachtet man eigene Bedürfnisse, dann kann man sich wahrlich auf sich selbst verlassen.

Die innere Ausgeglichenheit und der innere Frieden erhöhen sich proportional zu dem Grad der gestillten Bedürfnisse. Mit Hilfe der NIKU App und NIKU Academy kann man strategisch vorgehen und durch Stillen von Bedürfnissen sein Stressniveau spürbar reduzieren.